Brunnen für Reisbauern in Svay Rieng // AUS DEM ARCHIV
Bis 2007 sollen weitere 200 Brunnen für Reisbauern in Kambodscha entstehen. Der Bau von Brunnen, Hygienekurse in den Dörfern und die Erweiterung einer Grundschule werden in der Provinz Svay Rieng zu einem ländlichen Entwicklungsprogramm verbunden.
Projektlaufzeit: 01.01.2004 - 31.12.2007
Projektvolumen: 123.475 Euro
Finanzierung:
Förderung durch das BMZ - 92.606 Euro
SODI-Spenden - 24.840 Euro
kambodschanische Partner - 6.029 Euro
Projektregion: Svay Rieng, Kambodscha
Aus diesem selbstgegrabenen, knapp drei Meter tiefen Wasserloch, versorgt Mee Phally ihren Haushalt mit Wasser. Damit niemand aus Versehen hineinstürzt, hat sie den Rand mit einem irgendwo aufgelesenen Autoreifen abgedeckt. Das Geld für einen Brunnen kann sie nicht aufbringen. Dabei würde sauberes Wasser aus der Tiefe viele Probleme der Familie lösen helfen: Die drei Kinder wären nicht mehr so häufig krank, die Mutter könnte auch in der Trockenzeit Gemüse anbauen und bei geschickter Anlage des Brunnens ließe sich auch das kleine Reisfeld gleich hinter dem Haus bewässern - Wunschträume, die nun bald wahr werden sollen. Frau Phally steht auf der Liste der 200 Familien der Kreise Chan Trea und Svay Teap, die ab 2004 mit Hilfe von SODI einen Brunnen erhalten sollen. Ihre eigene Familie und fünf Nachbarfamilien werden beim Bau der Anlage mithelfen und deren Wartung übernehmen. Sie werden ihn gemeinsam nutzen. Sie haben im Nachbardorf SODI-Brunnen mit Namen von ?Brunnenpaten? gesehen und würden sich freuen, wenn sich auch für ihren Brunnen ein Pate findet.
Mit dem Bau dieser Brunnen wird das Programm zur ländlichen Entwicklung in der Provinz Svay Rieng in Kambodscha, das SODI gemeinsam mit der Organisation "Frauen für Frieden und Entwicklung" (CWPD) verwirklicht, fortgeführt. 297 Brunnen sowie ein Grundschule sind seit 1996 bereits entstanden. Nun soll dieses erfolgreiche Programm durch eine neue Komponente ergänzt werden: Durch Hygienekurse verbunden mit dem Bau von kostengünstigen Toiletten. Das Äußere dieser Herzhäuschen wird aus einheimischem Baumaterial bestehen, aus Palmenblättern, Bambus, Reisstroh. "Die Sorgen um die nackte Existenz haben das Bewusstsein der Menschen von der Notwendigkeit hygienischer sanitärer Verhältnisse vollkommen in den Hintergrund gedrängt", weiß die SODI-Beauftragte Chhouk Chhim von der CWPD. Sie ist davon überzeugt, dass durch Aufklärung und Anleitung der Familien, wie sie mit einfachen Mitteln die hygienischen Bedingungen selbst verbessern können, sehr schnell positive Veränderungen eintreten werden.
Familien in 85 Dörfern
Das Programm ist ehrgeizig: 16.017 Familien in 85 Dörfern sollen mit den Kursen erreicht, 104 Mustertoiletten gebaut werden. Um einen möglichst großen Multiplikationseffekt zu erzielen, werden 19 davon in öffentlichen Einrichtungen, u.a. auf dem Gelände von Gemeindebüros errichtet. Die restlichen 85 werden die Familien erhalten, die ihre Heimstatt für die Kurse zur Verfügung stellen. Nach traditioneller Art werden sich die Teilnehmer "unter" dem Pfahlhaus des Gastgebers, also in dem nach allen Seiten offenen Erdgeschoss, versammeln. Hier sind sie vor Regen wie vor Sonne geschützt.
Die 1997 gebaute Grundschule in Prey Tub hat wegen ihres tadellosen Zustandes und der Qualität der Lehrer einen guten Ruf. Aber die Zahl der Schüler hat sich seit ihrer Eröffnung auf gegenwärtig 585 versechsfacht. Auch bei mehrschichtigem Unterricht kann sie nur 80% der schulfähigen Kinder in ihrem Einzugsbereich aufnehmen. Deshalb bat Schuldirektor Pech Sovan, ein wegen seiner steten Freundlichkeit und stillen Beharrlichkeit in der Gemeinde Chrok Mates beliebter und geachteter Mann, erneut um Hilfe. Wir trafen ihn und zwei seiner Kollegen an einem Ferientag in der Schule. Sie unterrichteten Schüler, denen das Erreichen des Klassenziels im abgelaufenen Schuljahr sehr schwer gefallen war - kostenlos. Nun wird mit Unterstützung von SODI ein zweites Schulgebäude mit sechs Klassenräumen sowie ein Schülbüro für die Unterbringung des Lehrmatrials gebaut werden, in dem sich die Lehrer auf den Unterricht vorbereiten können. Sie haben bereits vor zwei Jahren aus eigener Kraft in traditioneller Bauweise ein Provisorium aus Lehm geschaffen und das Lehrerzimmer für den Unterricht geräumt.
Ein mehrjähriges Entwicklungsprogramm
Brunnen, Hygienekurse und "Herzhäuschen" sowie der Schulerweiterungsbau werden zu einem mehrjährigen regionalen ländlichen Entwicklungsprogramm gebündelt, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird.
25.000 Euro an Spenden sind notwendig, damit dieses Programm erfolgreich verwirklicht werden kann. Ein Brunnen kostet bis zu 300 Euro, ein "Herzhäuschen" 120 Euro.
Auf Wunsch können Sie ab Spenden in Höhe von 50 Euro ein Brunnenpate werden. Ein Brunnen trägt dann Ihren Namen.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende.
Weitere Informationen zum Projekt:
ARTIKEL:
Kowab-Ost Brunnen in Kambodscha
(19.07.2006 | Projektmeldungen)
Der Brunnen namens Neues Deutschland
(27.03.2006 | Projektmeldungen)
SODI-REPORT ARTIKEL:
Der Schulbau war nur der Anfang
(01.03.2007 | 2007-01)
Am Anfang stand der Brunnen
(01.01.2006 | 2006-01)
MATERIALIEN:
Brunnen in Kambodscha, Svay Rieng
Flyer (A4, zweiseitig) mit Hintergrundinformationen zum Regionalen Entwicklungsprogramm in Kambodscha
(kostenlos | Projektinfos)




